Ist die Wirtschaftskrise Schuld an der Misere der Journalisten?
Arbeitslose Journalisten berichten stets vom gleichen Schicksal: Auftragseinbruch oder Kündigung aufgrund der Wirtschaftskrise. Die Wirkungsmacht des Arguments der Konjunkturflaute scheint immens. Entscheidungen für einen Personalabbau scheinen so vermeintlich legitimiert und unantastbar.
Insbesondere freiberufliche Journalisten klagen über das unaufhaltsame Wegbrechen ihrer Aufträge, an Festanstellung denken sie längst nicht mehr. Beworben wird sich natürlich trotzdem weiterhin, an ausreichender Qualifikation oder Engagement mangelt es den wenigsten.
Doch ist tatsächlich der wirtschaftliche Rückgang Schuld an der Arbeitsmarktmisere?
Wird denn nicht mehr gelesen oder ferngesehen? Fakt ist, dass aufgrund des veränderten Nutzungsverhaltens der Rezipienten eine Verschiebung innerhalb der Medien stattfindet. Doch besteht infolgedessen nicht auch eine erhöhte Nachfrage für den Onlinejournalismus? Die Journalisten haben sich längst den neuen Anforderungen der Crossmedilität angepasst. Doch auch mit SEM/SEO Kenntnissen oder Know-how im Umgang mit Social Media können nur wenige auf eine Festeinstellung oder solide Auftragslage hoffen.
Sicherlich werden Budgets gekürzt, doch wird hierbei zu schnell die Wirtschaftskrise als Argument vorgeschoben. Krise hin oder her, es werden weiterhin journalistische Produkte - ob Print, Rundfunk oder Online - produziert und konsumiert, nur bedienen sich die Medienhäuser hierfür gerne Praktikanten, studentischen Hilfskräften, Volontären oder Trainees, um den Kostenfaktor Personal auf den kleinsten Nenner zu bringen.
Schlimm genug, dass gut ausgebildete, versierte Fachkräfte arbeitslos werden. Es wird auch fleißig weiter Nachwuchs „gezüchtet“, um die Nachfrage, die trotz Wirtschaftskrise weiterhin vorhanden ist, so effizient wie möglich decken zu können. Ein Kreislauf hat sich in Gang gesetzt, täglich werden neue Praktika und Volontariate ausgeschrieben. Und da sich der Beruf des Journalisten, trotz miserabler Arbeitsbedingungen, weiterhin großer Beliebtheit erfreut, wird es immer wieder ambitionierte Studierende und Studienabsolventen geben, die das Rad der Massenmedien zum kleinen Preis weiter zum Drehen bringen.
Die Folge ist ein merklicher Qualitätsverlust, der wiederrum Konsumenten vergrault was zu weniger Einnahmen führt - und dann muss wieder gespart werden. Und warum? Natürlich wegen der Wirtschaftskrise!
Insbesondere freiberufliche Journalisten klagen über das unaufhaltsame Wegbrechen ihrer Aufträge, an Festanstellung denken sie längst nicht mehr. Beworben wird sich natürlich trotzdem weiterhin, an ausreichender Qualifikation oder Engagement mangelt es den wenigsten.
Doch ist tatsächlich der wirtschaftliche Rückgang Schuld an der Arbeitsmarktmisere?
Wird denn nicht mehr gelesen oder ferngesehen? Fakt ist, dass aufgrund des veränderten Nutzungsverhaltens der Rezipienten eine Verschiebung innerhalb der Medien stattfindet. Doch besteht infolgedessen nicht auch eine erhöhte Nachfrage für den Onlinejournalismus? Die Journalisten haben sich längst den neuen Anforderungen der Crossmedilität angepasst. Doch auch mit SEM/SEO Kenntnissen oder Know-how im Umgang mit Social Media können nur wenige auf eine Festeinstellung oder solide Auftragslage hoffen.
Sicherlich werden Budgets gekürzt, doch wird hierbei zu schnell die Wirtschaftskrise als Argument vorgeschoben. Krise hin oder her, es werden weiterhin journalistische Produkte - ob Print, Rundfunk oder Online - produziert und konsumiert, nur bedienen sich die Medienhäuser hierfür gerne Praktikanten, studentischen Hilfskräften, Volontären oder Trainees, um den Kostenfaktor Personal auf den kleinsten Nenner zu bringen.
Schlimm genug, dass gut ausgebildete, versierte Fachkräfte arbeitslos werden. Es wird auch fleißig weiter Nachwuchs „gezüchtet“, um die Nachfrage, die trotz Wirtschaftskrise weiterhin vorhanden ist, so effizient wie möglich decken zu können. Ein Kreislauf hat sich in Gang gesetzt, täglich werden neue Praktika und Volontariate ausgeschrieben. Und da sich der Beruf des Journalisten, trotz miserabler Arbeitsbedingungen, weiterhin großer Beliebtheit erfreut, wird es immer wieder ambitionierte Studierende und Studienabsolventen geben, die das Rad der Massenmedien zum kleinen Preis weiter zum Drehen bringen.
Die Folge ist ein merklicher Qualitätsverlust, der wiederrum Konsumenten vergrault was zu weniger Einnahmen führt - und dann muss wieder gespart werden. Und warum? Natürlich wegen der Wirtschaftskrise!
Sin Dy - 8. Jun, 19:54
436 mal gelesen

In der Tat übel,
Hmm, das kann man glauben.
Muss man aber nicht. DIese Praxis ist ganz einfach gesetzlich unproblematisch, weil zulässig. Und alles, was nicht verboten ist, wird auch gemacht, die Konsequenzen trägt der nächste Vorstand oder der nächste Leser.
Auf der anderen Seite gibt es ganz offensichtlich zu viele Printmedien. Und der Wegfall eines Gutteils der heute abgelieferten sog.
"journalistischen Arbeit" würde mancherorts kaum auffallen, ja sogar erleichtern. Wer daran zweifelt, dem sei exemplarisch der Onlineauftritt der "Welt" empfohlen, da kann selbst einem politisch zugeneigten Leser einfach nur schlecht werden, was da (aus einst renommierten Hause) abgeliefert wird.
Zum Thema "Ersatz der Qualität durch das Billigere / Dümmere" gibt es ein hervorragendes Buch voll beißender ironie und säurehaltigen Zynismus: "Lean Brain Management" von Gunter Dueck. Sehr gutes Teil.