Immer auf der falschen Seite
Heute hat sich mal wieder eine altbewährte Regel bestätigt, ich wähle in der Bahn stets den falschen Platz. An der Haltestelle habe ich die wohlbeleibte, mürrisch drein blickende und Selbstgespräche führende Frau schon erspäht und mich vorsorglich ein paar Meter weiter weg hingestellt. Aber kaum habe ich die Straßenbahn betreten und Platz genommen, kommt die optisch wie mental brummige Dame unerschrocken auf mich zu und setzt sich direkt neben mir, obwohl direkt gegenüber ein freier Zweisitzer wesentlich mehr Freiraum zum Verweilen geboten hätte. Also quetsche ich mich an die Fensterseite, schaue aus dem Fenster und versuche mir im Geiste einen anderen, schöneren Ort vorzustellen. Aber spätestens der schrille Klingelton eines Fahrgastes hinter mir holt mich zurück in die Gegenwart.
Manchmal habe ich das Gefühl, in einer Sendung mit versteckter Kamera gelandet zu sein. In einer überfüllten Bahn voll mit betrunkenen Freaks und bekifften Touris auf Kneipentour scheine ich die einzige Person zu sein, die weiß, wo sie hin will und das möglichst schnell und ohne Zwischenfälle. Doch falls das personifizierte Unglück sich nicht längst zu mir gesetzt hat, geselle ich mich geradewegs zu eben diesen. Sei es neben dem zappligen Mädchen, das die ganze Fahrt hindurch ihre Probleme lautstark in ihr Handy brüllt oder dem Vollblut-Musiker, der seine Heavy Metall Mucke gerne richtig schön aufdreht, damit die Sitznachbarn drei Reihen weiter auch noch was von dem Geschrei seiner Lieblingsband mitbekommen.
Aber nicht nur in der Bahn ist ein Platz in der Sonne selten. Nehmen wir mal die Wahl der Schlange an der Supermarktkasse oder den beliebten Spurenwechsel bei stockendem Verkehr auf der Autobahn- egal wie man es anstellt letztendlich steht man doch wieder auf der falschen Seite. Das gleiche gilt bei der üppigen Auswahl an kulinarischen Köstlichkeiten auf Straßenfesten. Da gibt es alles was der Magen begehrt und doch entscheide ich mich vom Geruch betrogen für die viel zu fetten, überteuerten Champignons oder das mit reichlich Glutamat versehene süß saure Reisgericht, bei dem Aussehen und Geschmack keineswegs in Einklang stehen.
Und von der Wahl des Cafès zum Fußball gucken, wo doch in Berlin an jeder Ecke gemütliche Kneipen zum Public Viewing einladen, entscheide ich mich natürlich für die Leinwand, auf der die Spieler dank intensiver Sonnenbestrahlung überbelichtet und nur in Nahaufnahme zu erkennen sind. Aber das ist eine andere Geschichte…
Manchmal habe ich das Gefühl, in einer Sendung mit versteckter Kamera gelandet zu sein. In einer überfüllten Bahn voll mit betrunkenen Freaks und bekifften Touris auf Kneipentour scheine ich die einzige Person zu sein, die weiß, wo sie hin will und das möglichst schnell und ohne Zwischenfälle. Doch falls das personifizierte Unglück sich nicht längst zu mir gesetzt hat, geselle ich mich geradewegs zu eben diesen. Sei es neben dem zappligen Mädchen, das die ganze Fahrt hindurch ihre Probleme lautstark in ihr Handy brüllt oder dem Vollblut-Musiker, der seine Heavy Metall Mucke gerne richtig schön aufdreht, damit die Sitznachbarn drei Reihen weiter auch noch was von dem Geschrei seiner Lieblingsband mitbekommen.
Aber nicht nur in der Bahn ist ein Platz in der Sonne selten. Nehmen wir mal die Wahl der Schlange an der Supermarktkasse oder den beliebten Spurenwechsel bei stockendem Verkehr auf der Autobahn- egal wie man es anstellt letztendlich steht man doch wieder auf der falschen Seite. Das gleiche gilt bei der üppigen Auswahl an kulinarischen Köstlichkeiten auf Straßenfesten. Da gibt es alles was der Magen begehrt und doch entscheide ich mich vom Geruch betrogen für die viel zu fetten, überteuerten Champignons oder das mit reichlich Glutamat versehene süß saure Reisgericht, bei dem Aussehen und Geschmack keineswegs in Einklang stehen.
Und von der Wahl des Cafès zum Fußball gucken, wo doch in Berlin an jeder Ecke gemütliche Kneipen zum Public Viewing einladen, entscheide ich mich natürlich für die Leinwand, auf der die Spieler dank intensiver Sonnenbestrahlung überbelichtet und nur in Nahaufnahme zu erkennen sind. Aber das ist eine andere Geschichte…
Sin Dy - 20. Jun, 22:23
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